Eine neue Auseinandersetzung mit dem Faschismusbegriff ist dringend notwendig. Denn wie es scheint, gibt es in der seltsam diffusen Linken (darunter auch die so genannte Bauchlinke) zwei große, sich mehr oder weniger widersprechende Missverständnisse, die in zwei ganz verschiedenen Lagern von Ahnungslosen konserviert werden.
In diesen Lagern finden wir zum einen diejenigen, die einen inflationären Gebrauch eines amorphen und in jeder Hinsicht unzutreffenden Faschismusbegriffs pflegen. Zum anderen diejenigen, die aus einer Art Unbehagen heraus, bzw. aus Respekt vor dem europäischen Faschismus des 20. Jahrhunderts sich ganz und gar gegen die Anwendung des Begriffs wehren. (mehr…)
Bericht über die Geschehnisse im Rahmen der diesjährigen Ferienakademie (FA) der Rosa Luxemburg-Stiftung (RLS)
Halbzeit bei der diesjährigen Ferienakademie (FA) der Rosa Luxemburg-Stiftung (RLS). Relativ passiv mussten AK Rechtspolitik & Menschenrechte und AK Internationalismus (AK MR-I) in den letzten Wochen zusehen, wie die RLS sich – ganz anders, als Susann Witt-Stahl noch im Juli via Neues Deutschland berichtet hatte – entschied, die durch den AK Antisemitismus Analyse & Kritik eingeladenen Referenten nun doch ungestört das sagen zu lassen, was sie zu sagen haben.
Was jetzt wurmt, ist nicht nur das Wissen der AK MR-I darüber, in einer für beide so dringlichen Situation nicht die Ausladung der Referenten erreicht, sondern überdies ebenfalls das Wissen über den Erfolg, eine „Qualitätskontrolle“ aller für zukünftige FAen vorgeschlagenen Vorträge durch ein Stiftungskommitee (ergo: die Eingrenzung der eigenen Freiheit) erwirkt zu haben. (mehr…)
Jüngst landete mir das hier auf dem Bildschirm: eine am 24.06.2009 auf der Webseite von Salam Shalom, dem Arbeitskreis Palästina/Israel, veröffentlichte Übersetzung eines Artikels von Yossi Bar-tal vom 18.03.2009. Bar-tal gehört zu den InitiatorInnen der Diskussion um die diesjährige Ferienakademie der Rosa Luxemburg-Stiftung. Sein Artikel erschien zunächst bei HAOKETS, wurde dann ins Englische übersetzt und löste offenbar eine wilde Diskussion über das darin Dargestellte aus.
Der Artikel gehört bei Salam Shalom zu den Basistexten vom „Online Infotisch“. Lesenswert weil informativ ist er allerdings; denn die politischen Ideen Bar-tals, die dieser hier ausführlich entnehmbar macht, geben einigen Aufschluss darüber, warum es ihm so wichtig war, mitzuhelfen, eine Kontroverse in der Stiftung los zu treten, wo in dieser Form keine Notwendigkeit bestand. Insofern konnte der Artikel ein Stück weit der Fassungslosigkeit über die Diskussion begegnen. (mehr…)
Vierte Fortsetzung der Dokumentation über den Streit um das Programm der diesjährigen Ferienakademie (FA) der Rosa Luxemburg-Stiftung (RLS)
Im Rahmen der Diskussion um das Programm der diesjährigen FA der RLS gibt es neue Entwicklungen. Z.B. das Aufgeben der fast ausschließlich einseitigen und abhängigen Berichterstattung.
Am 18.07.2009 erschien im Neuen Deutschland ein kurzer Leserbrief des stellvertretenden Bundessprechers des BAK Shalom zum Artikel von Susann Witt-Stahl vom 15.07.2009. In diesem Brief konnten wenigstens die den BAK betreffenden falschen Behauptungen Witt-Stahls richtig gestellt werden.
Und Spiegel Online veröffentlichte am 22.07.2009 ein Interview mit dem Antisemitismusforscher Micha Brumlik, worin dieser einen in der gesellschaftlichen Linken einsetzenden Erkenntnisprozess anspricht. Es gehe um die Erkenntnis darüber, „dass auch vorgeblich linke Argumente tatsächlich antisemitisch sein können.“ In diesem Zusammenhang führt Brumlik das Beispiel der gegenwärtigen Diskussion unter den RLS-Geförderten an. (mehr…)
Dritte Fortsetzung der Dokumentation über den Streit um das Programm der diesjährigen Ferienakademie (FA) der Rosa Luxemburg-Stiftung (RLS)
Nachdem sich in der letzten Woche vier Bundesabgeordnete der LINKEN in der jungen Welt zu Wort gemeldet hatten, bezog RLS-Geschäftsführer Florian Weis am 14.07.2009 im Namen der Rosa Luxemburg-Stiftung auf der Stiftungswebsite Stellung zur Diskussion um die Ferienakademie. Hierin weist er mehrfach hin auf die Organisation durch die StipendiatInnen – im Zusammenhang damit auch auf die unangenehme Lage, in die dieses Prinzip die Stiftung nun bringe. Weis äußert sich hin- und hergerissen und während seines seltsamen Balanceakts unternimmt er den Versuch, auf Kosten des Ansehens der Stiftung wenigstens halbwegs die eigene Würde zu bewahren. Um die durch die Diskussion des FA-Programms offenbar verrückte öffentliche Wahrnehmung der RLS zu korrigieren, weist er anschließend hin auf einige von der Stiftung abgesegnete Positionen und Publikationen zum Nahostkonflikt.
Am 15.07.2009 erschien im Neuen Deutschland die zweifelhafte Berichterstattung von Susann Witt-Stahl, mit der sich dieser Blog schon befasst hat.
Ungefähr zeitgleich tauchte der Aufruf des AK Rechtspolitik und Menschenrechte in Zusammenarbeit mit dem AK Internationalismus bei indymedia auf und verwandelte – zum Ärger der Initiatoren – das im Aufruf konspirativ gemeinte Treffen in ein öffentliches.
Gestern veröffentlichte der BAK Shalom der Linksjugend [’solid] eine eigene Stellungnahme zur Unterstützung von RLS-Studienwerk und AK Antisemitismus. (mehr…)